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Ungereimtheiten
Posted on 20.04.2007 at 10:10 - 0 Kommentare - Link
Sie reden von irrationalen nationalistischen undemokratischen
Dingen.
Ich verstehe ein minus ein Wort.
Vielleicht, weil ich nichts
höre. Damit meine ich - zu höre. Obwohl ich auch nicht
rede.
Wir sollen nicht reden sagen sondern sprechen.
Ich frage was Worte überhaupt bedeuten. Wer etwas sprechen will soll reden. Oder nicht?
Es gibt keine Anhaltspunkte mehr
nur Haltestellen.
Für Kraftfahrzeuge nicht für Menschen.
Sechs Sekunden U-Bahntüren-Öffnungszeit. Anhalten ist unmöglich.
Alles boomt rückwärts.
Der Lebensstandart sinkt auf die Therapheutencouch.
Schüler protestieren gegen Worte. Ohne Plakate mit Zeit.
Ich stehe in der Mitte rechts.
Ungenau!
Beachte deinen Satzbau.
Ich ertrinke in Staub. Keine Satzzeichen.
Fragezeichen.
Individuelle Spracheigenschaften mit imaginären Buchstabenschildern.
Ich verwalte mich selbst. Nicht besonders gut.
Oft verlege ich mich.
Gedankenwolkenlos.
Erklär’ mir die Funktionalität eines Niederschlags.
Und dann wirf mit harten Duden nach Juden.
Scheinheiliger Reim und große Augen.
Weiter rot keiner.
(20.4.05)
Deine Wahl
Posted on 17.04.2007 at 11:49 - 0 Kommentare - Link
Ich habe mich
verwählt
sagt der mann und
greift mit der
hand in den karton
um die gesellschaft doch noch
zu retten
obwohl
ein Zettel
uns auch nicht mehr retten kann
Das erkennt der mann
und wickelt sein kaugummi hinein
verlässt das wahlbüro
Und schießt sich vor der tür in den kopf.
Tagestext vom 1. März 2007
Posted on 1.03.2007 at 04:43 - 0 Kommentare - Link
Was sind das eigentlich für Menschen, die mit 30 Jahren noch bei Mutti wohnen, keinen Beruf haben und sich mit scheinheiligen Praktikantentätigkeiten das Taschengeld für die Ü30-Partys am Wochenende verdienen.
Endlich gibt es einen Namen für diese Lebenseinstellung:„Generation Apokalypse“.
Ganz genau genommen sind das alle, die in den 70er Jahren geboren wurden, finanziell abgesichert wie keine andere Generation, dafür aber auch psychisch belastet mit der ständigen Zukunftsangst vor einer Apokalypse.
Kein Wunder also, dass diese Menschen nun mit verhängnisvollen 30 Jahren Schutz bei ihren Eltern suchen, desorientiert und zukunftslos sind.
Ein Wissenschaftler erklärt: „Die wahre Katastrophe für die:„Generation Apokalypse“ ist, dass die Welt nicht untergeht. Sie sind nicht darauf vorbereitet, ein alltägliches Leben zu führen“.
Für sie sollte 1999 die Welt untergehen. Und sie bereiteten sich darauf vor und dann stürzen nicht mal die globalen Rechner ab. Nichts passiert. Die Apokalypse bleibt aus. Was sollen sie nun mit ihrem Leben anfangen? Ist es da nicht gerechtfertigt, dass Mutti sie durchfüttert, dass sie keinen Beruf lernen können und sich mit anderen Menschen ihres Schicksals auf erwachsen-pubertären Ü30-Partys die letzten grauen Zellen wegtrinken?
Tagestext vom 27. Februar 2007
Posted on 27.02.2007 at 03:47 - 0 Kommentare - Link
Neidisch? Könnte man werden, wenn man dreizehn Jahre lang zur Schule wandert und dann folgende Geschichte liest:Der Hamburger Schüler Max Knappe (19) verdient sein Geld mit Counter Strike spielen... Nerdig oder verdammt cool?Und wer hat schon mal von der CS-Bundesliga gehört?Die jedenfalls startet am Freitag und Max alias „Odie“ und sein Team „A-Losers“ zocken dann gegen den amtierenden Deutschen Meister im Counterstrike, den Clan „mousesports“.Geld verdienen mit Computer spielen. Und das Spiel scheint nicht mal besonders schwierig. Rumlaufen und Menschen erschießen. Keine Logik. Nichts von wegen Sudoko hier, Intelligenz dort. Oder unterschätzt man das Spiel? Kreative Taktiken entstehen nachts im Keller mittelständiger Einfamilienhäuser. Die Mädchen stehen Schlange und reißen ihre Shirts für Autogramme hoch und die Jungen schauen betreten weg vor Neid. Gelernt hat er das als 12-Jähriger in einem Internetcafé in der Schanze. Mit 12 Jahren spielen andere Kinder noch mit Puppen.Max hat letztes Jahr von September bis Dezember bei vier Turnieren 25.000 Euro abgeräumt.Netter Nebenverdienst für einen jungen Mann, dessen Talent es ist, ein Ballerspiel zu zocken.Neidisch?
Tagestext vom 26. Februar 2007
Posted on 26.02.2007 at 03:21 - 0 Kommentare - Link
Da kommt jemand neu in eine Gruppe. Eine Gruppe aus Menschen, die alle eine gewisse Ähnlichkeit haben. Sie haben etwas gemeinsam. Vielleicht das Lachen. Oder ein Blinzeln. Oder ihre Eltern wohnten im gleichen Ort. Oder sie tragen gerne blaue Schuhe. Sie sind sich ähnlich. Unbewusst. Und der Neue kommt in die Gruppe, wird offen aufgenommen, norddeutsch-herzlich empfangen und ohne Hintergedanken beobachtet. Und der Neue gibt sich Mühe, biegt und verrenkt sich, zeigt sich von links und von rechts. Zieht die Maske auf und wieder ab und buhlt um die Sympathie der Gruppe. Neu in eine Gruppe zu kommen, ist immer schwer. Und obwohl der Neue alles tat, um die Anderen zu gewinnen, merken sie, dass er nicht so ist, wie sie. Er ist ihnen unähnlich. Die Mitglieder der Gruppe erkennen, dass sie sich alle ähneln und er nicht. Das er ganz anders ist. Und nun?Irgendwo wartet eine Gruppe von Menschen, die dem Neuen sehr ähnlich sind. Chancengleichheit für alle.
Tagestext vom 23. Februar 2007
Posted on 23.02.2007 at 12:08 - 0 Kommentare - Link
Eigentlich ist alles ein ständiges Kommen und Gehen. Von Ort zu Ort, von Mensch zu Mensch. Jede Sekunde verändert etwas. Jeder Zug, der abfährt und ankommt. Jeder Brief und jede Mail. Alles bewegt sich in einem immer schneller rotierenden Kreis aus Verlust und Gewinn. Wir können nicht mal mehr weinen, weil der Verlust in wenigen Sekunden vergessen ist. Wir können uns nicht umdrehen, weil uns dann durch die Kraft der Rotation das Genick gebrochen wird. Verlust und Gewinn folgen so schnell aufeinander, dass wir nichts mehr trennen können. Unsere Augen werden blind. Wir sehen nur noch farbige Mischungen aus Gewinn und Verlust. Es ist, als säßen wir 24-Stunden in einem Fahrgeschäft auf dem Jahrmarkt mit defekter Bremse.
Doch es gibt Ausnahmen! Bei meinem Nachbarn herrscht kein Kommen und Gehen. Der liegt seit drei Monaten tot in seinem Wohnzimmer.
Tagestext vom 12.Februar 2007
Posted on 13.02.2007 at 03:01 - 4 Kommentare - Link
Stellen Sie sich einen unsympathischen, jungen Mann vor. Lockiges braunes Haar, ausdruckslose Augen, schwarze alternativ&intellektuell-Brille in einem wenig attraktiven Gesicht. Du sitzt nicht absichtlich mit ihm in einem Raum. Aber du kannst auch nicht gehen. Wie beim Arzt im Wartezimmer. Natürlich kannst du gehen. Aber das hat Konsequenzen. Konsequenzen, die wahrscheinlich größer sind, als das schlechte Gefühl, verursacht durch eine unsympathische Person in der Nähe. Also kannst du nicht gehen. Und du bleibst sitzen. Und weil der Unsympath so auffällig ist, musst du ihn ständig ansehen. Denkst über ihn nach. Was er wohl für ein Mensch ist. Sicherlich ein schlechter. Er hat ja diese unangenehme Aura. Diese Ausstrahlung eines Menschen, den du nicht kennen lernen möchtest. Und je länger du über ihn nachdenkst, desto unangenehmer wird es dir, in der Nähe eines so üblen Genossen zu sitzen. Aber du musst ja. Es geht nicht anders. Und dann macht der junge Mann den Mund auf und sagt: „Bei meiner letzten Arbeitsstelle war das Arschlochpotenzial viel höher!“ Und du siehst weg, damit er die beißende Antwort, die auf deiner Zunge brennt, nicht in deinen Augen lesen kann. Bist du vielleicht der junge Mann?
Tagestext vom 9.Februar 2007
Posted on 12.02.2007 at 03:15 - 1 Kommentare - Link
Heute beschäftigt mich folgende Frage: Hat eine Blondine das Wort „Klischee“ erfunden, damit blonde Menschen Intelligenz suggerieren können? Fangen wir mal langsam an: Ein Klischee ist – laut Online-Lexikon – eine eingefahren, überkommene Vorstellung. Probe: Frauen können nicht einparken. Ein Klischee oder eine Beule in Daddys Mercedes? „Das war ich gar nicht! Das war schon so!“ Wichtige Frage: War die Frau blond? Weil sie a) zu dumm zum einparken ist oder b) weil sie schlecht lügt? Sind Blondinen an Lügendetektoren benachteiligt, weil sie schlecht lügen? Sind die meisten Menschen im Gefängnis blond? Oder ist ein Vorteil der echten Blondschöpfe, dass sie so dumm sind, dass sie nicht einmal lügen müssen, wenn man sie nach etwas fragt? Wieso sind nur Frauen Blondinen und Männer nicht? Wieso färben Frauen ihre Haare blond, wenn andere denken, man sei weniger intelligent mit dieser Haarfarbe? Oder merken sie, dass sie innerlich vielleicht das güldene Haar verdient haben? Gibt es einen inneren Drang nach der richtigen Haarfarbe und wieso sterben dann die echten Blondinen aus? Und die letzte Frage: Beschäftige ich mich wirklich mit einem Klischee?
Tagestext vom 8. Februar 2007
Posted on 9.02.2007 at 12:03 - 1 Kommentare - Link
Situation: Ein Büromensch gegen einen Handwerker, die eigentlich in einer Symbiose leben.Intellekt gegen Muskelkraft. Was ist anstrengender? Acht Stunden lang denken, kreativ und konzentriert sein oder acht Stunden körperliche Arbeit? Wer hat abends das Recht zu sagen: Ich bin so erschöpft, mach du das bitte! Und mit DAS ist dann alles gemeint. Wer leistet mehr? Kann man die Berufszweige überhaupt vergleichen?Der Handwerker trägt Steine, hebelt, kurbelt, hebt, senkt, fährt, lädt und säubert. Der Büromensch sitzt und denkt. Was ist schwieriger? Wenn man schwach ist, kann man stark werden. Ich kann also besser werden und meine Erschöpfung reduzieren. Theoretisch gesehen. Wenn man dumm ist, kann man lernen. Mindert der Intellekt jedoch die Erschöpfung oder fördert er sie?Ist die eigene Erschöpfung nicht auch relativ? Ist der Handwerker erschöpfter, weil er nachts schlecht schläft? Ist der Büromensch erschöpfter, weil er sich wenig bewegt und sein Kreislauf kollabiert?Und sind wir nicht alle ein bisschen erschöpft von jedem Buchstaben, den wir gerade gelesen haben?
Tagestext vom 7. Februar 2007
Posted on 7.02.2007 at 05:53 - 2 Kommentare - Link
Einfach mal wieder 10 Jahre alt sein und Prinzessin spielen. Ein rosa Kleid angezogen, die Kuscheltiere in die warme Sommersonne geschleppt und die Plastikstühle für den Kaffeekranz aufgestellt. Es ist warm, die Vögel zwitschern, die Schleife der Prinzessin löst sich langsam. Der Bär trinkt etwas Tee, die andere Tiere Kakao. Einfach mal wieder die Welt aus blauen Augen sehen. Nichts verstehen, nur Gedanken von hier bis zum Mond über Monster unter dem Bett und Haien im Pool. Wer ich bin ist doch egal. Jeden Tag eine andere Identität. Heute mal Prinzessin sein. Morgen Arzt. Übermorgen tot.
Dann kommen die Junkies, die lachend meinen Kuscheltierfreunden ihre verseuchten Spritzen in die Arme stecken. Dann kommen die Nazis, treten die kleinen Plastikstühle auf die Straße und stechen sich an den benutzten Nadeln. Fluchend nehme ich die Backpfeife hin. Ich bin eine Prinzessin. Eine wütende Prinzessin. Und wütend bin ich nicht mehr 10 Jahre alt. Bringe meine weinenden Kuscheltiere ins Haus, komme wieder heraus und schieße jedem einzelnen, der mich bei meinem Spiel gestört hat, ins Gesicht.
Zufrieden sammle ich die Plastikstühle von der Straße auf, gehe nach Hause, lege die Aids-infizierten Kuscheltiere ins Bett und ziehe mein Richtergewand an. Der Tag fängt ja gut an.
Tagestext vom 6. Februar 2007
Posted on 6.02.2007 at 05:31 - 2 Kommentare - Link
Kann ja jedem mal passieren...!Die Angela, man kennt sie, besucht den saudischen König. Um ein wenig zu plaudern. Über Frieden und noch mehr Unfug. Spannender sind jedoch die arabischen und deutschen Zungenbrecher. Ein Glas Gold auf Rechnung der Steuerzahler, bitte. Der König also, ganz angetan von der Angela, klatscht dreimal in die Hände und seine wenig bekleideten Bediensteten bringen eine große, grüne Kiste herein. Die Angela war schon ganz aufgeregt. Ein Geschenk? Toll! Und was ist in der Kiste? Eine kleine Landschaft mit einer Oase, einer Wasserquelle aus Kristallen und 12 goldene Kamele. Angela, man kennt sie, verspricht hoch und heilig mit „Ich schwöre“ sagen und Finger hochhalten, sie würde mit den Kamelen spielen, wenn sie Zeit hat. Aber vernachlässige nicht dein anderes Spielzeug, kleine Angie.Doch der König wollte keinen Schwur. Er wollte Angela in eine maßgeschneiderte Abaya zwängen und sie ihn seine Privatgemächer bitten.Angela, man kennt sie, war ein wenig verlegen, lehnte dankend ab und nahm sich vor, nächstes Mal im Internet nachzusehen, mit was für Königen sie sich da trifft.
Tagestext vom 5. Februar 2007
Posted on 5.02.2007 at 05:40 - 0 Kommentare - Link
Heute stand ich in einem Supermarkt an der Kasse. Dort saß eine kleine, unattraktive Frau mit einer Brille und schlecht gefärbten Haaren. Sie kassierte und bückte sich dann auffällig langsam nach unten. Dann sagte sie, es würde hier gleich mullig warm werden und riebt sich die Hände. Ich musste wegen dem benutzten Wort schmunzeln, erwiderte jedoch nichts. Die beiden Kunden vor mir lächelten und reagierten nicht auf ihren Satz. Die Kassiererin versuchte es noch mal. Ich habe die Heizung angestellt, eben war ich noch hinten im Lager, da ist es so kalt und hier sitze ich ja direkt an der Tür. Sagte sie. Die Frau vor mir geht gequält auf die Konversation ein. Eine Heizung? Ja, stimmt, ist wieder kalt geworden. Und dann bezahlt sie, sagt nicht auf Wiedersehen, verlässt den Supermarkt, der Wind zieht durch die Schiebetür herein und die Frau an der Kasse lächelt gequält, hält jedoch ihren Mund. Ich verabschiede mich überdeutlich, damit sie nicht mehr friert, wegen einer Kälte, die nichts mit dem Winter draußen zu tun hat.
Tagestext vom 2. Februar 2007
Posted on 5.02.2007 at 10:12 - 0 Kommentare - Link
Jeden Morgen schlagen wir die Augen auf, schwingen unsere Beine aus dem Bett, bekommen eine Gänsehaut wegen der kalten Luft im Zimmer und verlassen die warme Sicherheit der Decke.
Jeden Morgen stehen wir auf, bereiten uns für einen acht Stunden oder länger Job vor und befolgen so die Definition von Normalverhalten einer Gesellschaft, die gerade dabei ist, sich selbst zu vernichten.
Heute ist ein anderer Morgen. Heute stehe ich nicht auf. Heute bleibe ich liegen und lasse mich nicht aus dem Bett in eine erzwungene Denkweise werfen. Heute ist ein neuer Tag. Ich werde zur Revolution.
Und ich liege und liege und irgendwann fühlt sich mein Rücken wund an und mein Nacken schmerzt und im Fernsehen gibt es nur Wiederholungen.
Ich stehe auf, gehe mit gebrochenem Rückgrad zur Arbeit und erhalte einen ermahnenden Blick für die fünfminütige Verspätung.
Tagestext vom 1. Februar 2007
Posted on 1.02.2007 at 04:35 - 1 Kommentare - Link
Manche Menschen orientieren sich am Wetter. Wenn die Sonne scheint, lachen sie, wenn es regnet, weinen sie. Bei Schnee sind sie unterkühlt, bei Sturm sind sie wild und wenn es bewölkt ist, sind sie leidenschaftslos.Doch. Was machen diese Menschen, wenn sie an einem wunderschönen Frühlingsmorgen, die Sonne steht halb am erwachenden Himmel, ein bisschen schneller als erlaubt durch die Stadt fahren, in einer Hand den Coffee-to-go und im Radio die übermotivierten Moderatoren – wenn sie ein Kind überfahren. Die Sonne scheint, wie sollen sie da weinen? Sollen sie neben dem sterbenden Kind sitzen und lachen? Und wenn dann Wolken auf das Drama reagieren und die Sonne verdecken, sind sie dann teilnahmslos?Und was machen diese Menschen, wenn die Sonne wegen der globalen Erwärmung nur noch scheint. Sind sie jeden Tag fröhlich? Haben wir einen Glücklichkeits-Vorrat, der irgendwann leer ist? Hast du so etwas? Und wieso sitze ich jeden Tag neben einem Jungen, der weint, egal welches Wetter ist?
Tagestext vom 31. Januar 2007
Posted on 31.01.2007 at 04:56 - 0 Kommentare - Link
Eine wahre Geschichte – dramatisch erzählt. ------------------------------------------------------------Er ist noch so jung. Dreiundzwanzig Jahre alt und nicht in der Lage, eine reife Frau in ihrem Alter (33) zu halten. Wir konnte er ihr so etwas antun? Würdest du für mich sterben, fragte sie leise und strich die Kissen glatt. Er nickte. Unbedacht. Beweise es mir. Und er starb auf der Stelle und verließ sie aus Liebe. Nach der Trauer kam die Lebensversicherungssumme von 190.000 € und machte sie zur reichen Witwe. Jeden Tag fuhr sie mit der Limousine weinend zum Grab, kniete trotz edler Manolo Blahniks an seinem Granitstein und legte eine Rose nieder. Danach fuhr sie in ihr neues Appartement, lud ihre Freunde ein und feierte ein rauschendes Fest mit viel Alkohol und wenig Kleidung. Und weil sie so ihre Trauer nicht überwinden konnte, flog sie nach Texas und nahm an einem Wet-T-Shirt-Contest teil, den sie wegen ihrer neu erworbenen Brüste gewann. Den Pokal stellte sie bei ihrer Rückkehr an sein Grab und legte zärtlich das Sieger-T-Shirt daneben. Am nächsten Tag kam die Polizei und erklärte ihr, dass sie schuldig der Vergiftung mit Arsen am ihrem Ehemann sei und des Versicherungsbetruges.Die Frauen im Gefängnis freuen sich schon auf die Neue.Und die Moral von der Geschicht: Für neue Brüste kann man ruhig seinen Mann töten.
Tagestext vom 30. Januar 2007
Posted on 30.01.2007 at 04:46 - 0 Kommentare - Link
Stell dir vor, du surfst im Internet, denkst dir Seiten aus, suchst sie und dann vertippst du dich und du landest auf einer Seite. Auf einer Seite die du niemals hättest sehen dürfen. Die Seite wird dein ganzes Leben beeinflussen. Und das deiner Eltern. Und das Leben aller Menschen, die du kennst. Und das Seltsame an der Seite ist, sie hat keine Adresse. Du kannst sie niemandem zeigen. Und du kannst sie nie wieder finden.Auf der Seite findest du dich selbst. Du siehst dich selbst. Den Raum in dem du sitzt. Du siehst die Wohnung in der du wohnst und eine Liste der Nahrungsmittel, die du in den letzten zwei Jahren gegessen hast. Du findest Videos wie du schläfst, kochst, lebst. Auf der Seite wird dein Leben ganz genau dokumentiert. Die Seite weiß, wie lange du jede Nacht schläfst, wen du anrufst, wie hoch deine Rechnungen sind.Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Seite sich schließt. Du kannst sie weder drucken noch einen Screenshot machen. Was machst du?
Tagestext vom 29. Januar 2007
Posted on 30.01.2007 at 04:45 - 0 Kommentare - Link
Diesen Tag ernenne ich zum „Tag des Fremdwortes.“
Wenn du zum Arzt gehst, wird deine Pulpa untersucht. Als Trostpflaster gehen wir später in den Zoo, damit wir gemeinsam den Pudu bestaunen können.
Dann schicke ich dich kleinen Gamin nach Hause, damit du dort mit deiner Burratino spielen kannst. Am Freitag war ich im Kino, dort wurde einem Mann die Calvaria aufgeschnitten. Später habe ich meiner Calvaria einem Audit unterzogen. Ich war etwas ängstlich, als ich dann auf meine Enduro stieg. Ich sollte aufhören, mich mit so futilen Dingen zu beschäftigen.
Am Donnerstag schien die Sonne und ich war ein Galopin und mit einem schweren Gellasima.
Leidest du eigentlich an Heterophemie? Oder bin ich myopisch?
Erinnerst du dich an den Bericht über die Nalanane? Der hat mich wirklich opprimiert.
Andere finden, wir befänden uns in einer Parataxie.
Jetzt erlöse ich dich von diesem Sermon.
Valete!
Tagestext vom 26. Januar 2007
Posted on 30.01.2007 at 04:45 - 0 Kommentare - Link
Heute gibt’s was Schönes – und zwar Schnee.
Es schneit es, es schneit, kommt alle aus euch raus.
Schnee gehört für mich zu Weihnachten. Er macht die Welt so leise. Und provoziert einen heißen Kakao/Kaffee, ein Schaumbad und ein warmes Bett.
Und Schnee erinnert mich an die Heizung. Weil dort das Schneeflockensymbol in unserem Büro immer ganz oben ist. Egal, ob Eiszeit oder nicht.
In der Eiszeit gab es keinen Eismann.
Schnee kann man mit der Zunge fangen oder in einem Eisbecher essen.
Manchmal säubere ich mit dem Schneebesen den Fußweg. Das klappt selten.
Kühle Menschen sind aus Schnee – wieso schneit es nicht im Eisschrank?
Auf der Tageskarte steht Meeresschnee. Guten Appetit.
Ob der Schneehase aus Schnee ist, wie der Schneemann und wieso macht man nur als
Zehnager Schneeballschlachten?
Ich fordere Schlittenfahren als olympische Disziplin und Schnee mit Geschmack.
Und jetzt nehmen wir den Schneeschieber und warten auf den Sommer.
Tagestext vom 24. Januar 2007
Posted on 30.01.2007 at 04:44 - 0 Kommentare - Link
Wenig Zeit. Weil sie so schnell ist. Manchmal ändert sich ein ganzes Leben durch einen Verlust. Oder Gewinn. Und in der wenigen Zeit sollte man erkennen, wen man in seinem Leben braucht und wen nicht. Und wenn man doch irgendwann jemandem auf halbem Weg verliert – fast ohne es zu merken – dann kommt die Erkenntnis, ob man diesen Menschen braucht. Oder nicht.
Manchmal melden sich plötzlich Menschen, die du ewig nicht gesehen hast und an die du zwei Tage vorher zufällig gerade gedacht hast. Und dann unterhält man sich und erfährt, wie verschieden die Wege sind, die man eingeschlagen hat. Und das trotz weniger Parallelen immer noch die selbe Wellenlänge vorherrscht. Dann fragt man sich, wieso der Kontakt zu diesem Menschen je abgebrochen ist und wieso man selbst nicht den Schritt gemacht hat, den anderen zu finden.
Man findet zurück zur Zeit und dem Verlustgedanken und alles erscheint plötzlich abwegig.
Wann weiß ich, wen ich brauche? Wer braucht mich?
Und können Fehler verjähren?
Tagestext vom 23.Januar 2007
Posted on 30.01.2007 at 04:41 - 0 Kommentare - Link
Heute habe ich mit einem Arbeitskollegen über ein Leben nach dem Leben nachgedacht. Was man werden wollen würde, wenn man das jetzige Leben völlig ausgeschöpft hat und ein anderes Leben mit dem gleichen Bewusstsein leben könnte. Würde man werden wollen, was man ist? Was man war?
Mein Gesprächspartner wollte sein Geschlecht beibehalten. Ist das ängstlich oder bewundernswert?
Wenn ich ein Leben nach dem Leben hätte, würde ich gerne ein schwarzer Mann in Amerika in einem Armutsviertel sein. Weil ich die Welt aus einer anderen Perspektive sehen möchte.
Und dann ist mir meine Lohnsteuerkarte eingefallen. Und das ich vielleicht gar keine Wahl mehr habe, weil ich keine Unterstellte eines Namens mehr bin. Nie war. Ob das meine Möglichkeiten einschränkt? Sicherlich nicht.
Würde überhaupt jeder ein Leben nach dem Leben leben wollen? Und welche Vorraussetzungen müsste das Leben gehabt haben, dass man ein nächstes Leben wahrnehmen würde?
Fragen über Fragen an einem Dienstag und keine Möglichkeit der Antwort.
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